Vortrag: Julius Perathoner

Julius Perathoner: Bürgermeister zwischen Fin de siècle und Faschismus

von Dr. iur. Mag. phil. Christoph von Ach


Dienstag, 27. November 2012, 20 Uhr
Saal des Alten Rathauses
Bozen, Laubengasse 30/Dr.-Streiter-Gasse

Christoph von Ach, geboren 1975 in Bozen, ist Jurist und Politikwissenschaftler. Als Stipendiat der Silvius-Magnago-Stiftung promovierte er zum Thema "Ethnische Gewerkschaften in Italien". Verfasser mehrerer Artikel zu unbekannten Facetten der jüngeren Bozner Stadtgeschichte.

Julius Perathoner (1849-1926) war von 1895 bis 1922 Bürgermeister der Stadt Bozen. In seine Amtsperiode fällt die Umgestaltung Bozens zu einer der modernsten Städte des Alpenraumes, die Errichtung bedeutender öffentlicher Bauten, die Entwicklung Bozens zur Tourismusmetropole südlich der Alpen, sowie die Gründung der meisten heute noch bestehenden deutschen Vereine der Stadt. Perathoner war auch der letzte Deutsche, der als Bürgermeister die Geschicke unserer Heimatstadt lenkte. Der Politiker Perathoner polarisierte aufgrund seiner liberalen Haltung, zeigte sich aber in nationalen Belangen versöhnlich und galt als Verfechter eines Ausgleichs zwischen italienischen und deutschen Boznern. Als entschiedener Gegner des Faschismus wurde er im Rahmen einer gewalttätigen politischen Aktion ("Marsch auf Bozen") am 2. Oktober 1922 zum Rücktritt gezwungen. Im Oktober 2012 jährt sich der erzwungene Rücktritt Perathoners zum 90. Mal, eine willkommene Gelegenheit, auf die Bedeutung dieses Mannes hinzuweisen.